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Unerhört - Porteste gegen Juan Carlos

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Unerhört - Porteste gegen Juan Carlos

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Das gab es ja noch nie: radikale Proteste gegen das spanische Königshaus. Da werden Fotos von König Juan Carlos verbrannt – radikale Katalanen wollen so ihrer republikanischen Gesinnung Ausdruck verleihen und ihrem Streben nach Unabhängigkeit. In Spanien kann man dafür sechs Monate ins Gefängnis gehen. Dem Gefühlsschwall tut das keinen Abbruch.

Sichtlich genervt – und auch das ist man bisher von seiner Majästät nicht gewöhnt – hat Juan Carlos seine eigene Verteidigung übernommen. In einer Rede in der Universität von Oviedo in Asturien sagte er: “Die parlamentarische Monarchie ist der Grundstein für die längste Periode von Stabilität und Wohlstand, die ein demokratisches Spanien jemals erlebt hat.”

Zwar ist die republikanische Fahne nie ganz von der politischen Bühne in Spanien verschwunden. Aber der König persönlich wurde immer respektiert. Bis jetzt. Denn das Tabu bröckelt schon seit Juli. Da nahm die satirische Wochenschrift El Jueves das Thronfolger-Paar in Anspielung auf staatliche Geburtenprämie von 2 500 Euro auf die Schippe.

Seither prangte der König mehrfach auf der Titelseite des Blattes. Jüngst als einer, der die Schnauze voll hat – bei Spaniern brennt in diesem Fall der Kopf.

Bisher genoß die spanische Königsfamilie ein diskretes und zivilisiertes Image – mit Unterstützung der Presse und dank der Integrität, die sich Juan Carlos während eines Putschversuches 1981 erwarb.

Aber in letzter Zeit wird der der König verstärkt von der extremen Rechten angegriffen. Er solle abdanken zugunsten seines Sohne Felipe… Damit öffnete sich aber erst recht eine wahre Büchse der Pandora.

“Also ich denke, solange Juan Carlos lebt, sitzt die Monarchie fest im Sattel. Aber was passiert, wenn Prinz Felipe drankommt, das weiss keiner. Dann könnte die wahre Debatte losbrechen”, warnt eine Passantin.