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Gore spendet Nobelpreisgeld - Klaus kritisiert Verleihung

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Gore spendet Nobelpreisgeld - Klaus kritisiert Verleihung

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Der frühere amerikanische Vize-Präsident Al Gore, der zusammen mit dem Klimarat der Vereinten Nationen mit dem diesjährigen Friedens-Nobelpreis ausgezeichnet wurde, will das Preisgeld der Allianz für Klimaschutz zur Verfügung stellen. Dies erklärte Gore im kalifornischen Palo Alto, wo die von ihm gegründete Organisation ihren Sitz hat. Gore ist auch der Vorsitzende der Organisation. “Es ist eine der gefährlichsten Herausforderungen, vor denen wir stehen. Aber es ist auch eine der größten Möglichkeiten, die wir je hatten, jene Veränderungen vorzunehmen, die wir sowiso vornehmen sollten. Es ist die Chance auf eine globale Bewußtseinsveränderung”, sagte Gore in Palo Alto. Der Vorsitzende des Weltklimarates der Vereinten Nationen, Rajendra Pachauri, warnte in Neu Dehli vor den weltpolitischen Gefahren, die ein verändertes Klima nach sich ziehen kann: “Ich glaube, der Klimawandel hat das Potential, Stabilität und Frieden weltweit zu gefährden. Ich hoffe, daß das nicht Ausmaße annimmt, die ein globales Problem wärend, aber wir leben in einer Welt mit enormen Ungleichheiten bei Einkommen und Wohlstand”, sagte Pachauri. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Gore und den Weltklimarat stieß auf ein weitgehend positives Echo. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, das außergewöhnliche Engagement Gores sei ein Beispiel für die wichtige Rolle, die jeder Einzelne bei der Bewältigung weltweiter Probleme spielen könne. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso gratulierte dem US-Politiker: “Ihre Beiträge zur Vorbeugung des Klimawandels haben das Bewusstsein in der ganzen Welt erhöht.” Deutsche Umweltschützer und Politiker sahen in der Entscheidung einhellig ein Signal für stärkere Klimaschutz-Anstrengungen. Die Entscheidung des Nobel-Komitees wurde aber nicht nur begrüßt. Kritik kam vom tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus, der die Klimathesen Gores mehrfach öffentlich als “großen Unsinn” zurückgewiesen hatte. Der Zusammenhang zwischen dem Weltfrieden und den “Aktivitäten” von Gore sei “undeutlich”, teilte die tschechische Präsidialkanzlei mit. Die Zweifel von Gore seien kein Beitrag für die Grundfesten der Zivilisation.