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Griechische Geschichte zieht in neuen Tempel

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Griechische Geschichte zieht in neuen Tempel

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In Athen hat einer der größten und teuersten Umzüge in der Geschichte der Stadt begonnen. Rund 300 Statuen und Friesteile und mehr als 4000 Gegenstände sollen von der Akropolis an den Fuß des Hügels transportiert werden – 400 Meter weit, in ein neues Museum. Bis zu drei Monate könnte der Umzug dauern, schätzt das griechische Kulturministerium, rund zweieinhalb Millionen Euro soll er kosten. Die Transportprobleme lösen drei Kräne, die Sorgen der Archäologen decken Policen über 400 Millionen Euro ab.

Doch etwas fehlt: Die so genannten Elgin Marbles. Die Marmorreliefs des Parthenon-Tempels sind seit mehr als 200 Jahren im British Museum in London zu sehen. Seit Jahrzehnten fordert sie Griechenland zurück. Im neuen Glas- und Betontempel des Architekten Bernard Tschumi ersetzen weiter Repliken ihren Platz.

Und noch andere Steine liegen im Weg: Die der Jugendstilhäuser Areopagitou Nummer 17 und 19 nämlich, die die Sichtachse zwischen neuem Museum und Parthenon vermauern. Das Kulturministerium will sie deshalb abreißen. “Diese Häuser sind aber ein Teil unserer Geschichte. Sie helfen uns, Museum und Akropolis in Beziehung zu setzen”, so Architekturprofessorin Eleni Pordaliou, die gemeinsam mit Nachfahren des Architekten gegen den Abriss demonstrierte. Voraussichtlich Ende 2008 soll das neue Museum seine Pforten éffnen.