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Angst vor türkischem Angriff auf den Nordirak

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Angst vor türkischem Angriff auf den Nordirak

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Während das Parlament in Ankara sich darauf vorbereitet, grünes Licht für den Einmarsch im Nordirak zu geben, wird das türkische Säbelrasseln im Grenzland immer offensichtlicher: Auf dem Militärflughafen von Bamerni Panzer werden in Stellung gebracht. Dabei ist die türkische Armee bereits im Irak: Seit zehn Jahren unterhält sie nur weniger Kilometer hinter der Grenze Militärbasen, zum Beispiel in der Provinz Dohuk. Die Einwohner der umliegenden Dörfer fürchten nun das schlimmste. Ein älterer Kurde hütet unweit des Flughafens seine Schafe: “Wir hoffen, dass das türkische Parlament der Armee nicht erlaubt, in das irakische Kurdistan vorzudringen!” Das kurdische Volk habe schon so viel gelitten; es bleibe nur zu beten, dass sich diese Tragödien nicht wiederholen.

Aber auch viele Türken in der Gegend sind gegen einen Angriff auf Rebellenstellungen im Nordirak. Die Schreckensvision vieler Lastwagenfahrer: Der Grenzübergang Habur könnte unpassierbar werden. Denn das wäre, als ob eine Fabrik ihre Pforten schließt, erklärt einer von ihnen: “Der Antrag, der dem türkischen Parlament vorliegt, betrifft unser Leben direkt: Unser Einkommen hängt von diesem Grenzübergang ab!” Auch den Taxifahreren geht es nicht anders: sollte der Grenzverkehr zum Erliegen kommen, bräche ihnen die letzte Verdienstmöglichkeit weg.

Viele versuchen sich darum an der Hoffnung festzuhalten, dass die Türkei den erwarteten Parlamentsbeschluss nur als Druckmittel einsetzt – und dass der einer der friedlichsten Regionen des Irak ein bewaffneter Konflikt erspart bleibt.