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Marokkanischer König vereidigt neue Regierung

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Marokkanischer König vereidigt neue Regierung

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Mehr als fünf Wochen nach den Parlamentswahlen in Marokko hat König Mohammed VI. die neue Regierung vereidigt. Ministerpräsident ist Abbas el Fassi, der Chef der nationalistischen Istiqlal-Partei. Mit seiner Berufung richtete sich Mohammed VI. nach dem Ausgang der Wahl – wozu er laut der marokkanischen Verfassung nicht verpflichtet wäre. Sieben der 34 Ministerposten wurden mit Frauen besetzt. In der vorherigen Regierung waren nur zwei Frauen gewesen.

Das neue Kabinett muss nicht zuletzt gegen das schwindende Vertrauen der Bevölkerung in die Politik ankämpfen. Nur 37 Prozent der 33 Millionen Marokkaner hatten bei der Wahl ihre Stimme abgegeben. El Fassis Sieg war für Beobachter überraschend gekommen. Seine Partei, die im marokkanischen Unabhängigkeitskampf eine wichtige Rolle gespielt hatte, gewann 52 der 325 Parlamentssitze. Allgemein war mit einem Sieg der gemäßigten Islamisten gerechnet worden, die allerdings nur 46 Mandate errangen.

Auf die Regierung warten wichtige Aufgaben. Neben nötigen Reformen im Bildungswesen und der Landwirtschaft muss sie vor allem die hohe Arbeitslosigkeit und die damit einhergehende Verarmung der Bevölkerung bekämpfen.