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Washington und Bagdad appellieren an Ankara: Diplomatische Lösung statt Militärgewalt

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Washington und Bagdad appellieren an Ankara: Diplomatische Lösung statt Militärgewalt

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Die türkischen Vorbereitungen für einen Militärschlag gegen kurdische Rebellen im Nordirak sorgen für Unruhe. Die Regierung in Bagdad rief Ankara auf, nach einer diplomatischen Lösung zu suchen, statt auf militärische Gewalt zu setzen. Auch die US-Regierung betonte erneut, sie lehne einseitige militärische Maßnahmen seitens der Türkei ab. Das Kabinett von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte angekündigt, sich um die Zustimmung des Parlaments für einen Militärschlag gegen kurdische Rebellen jenseits der Grenze zu bemühen. Voraussichtlich noch diese Woche werden die Volksvertreter über den Antrag der Regierung beraten. Ihre Zustimmung gilt als sicher. Nach Schätzungen der türkischen Armeeführung haben mehr als 3000 PKK-Rebellen in den Bergen im Nordirak Unterschlupf gefunden.

Bei der kurdisch-nationalistischen Partei DTP sorgen die Pläne Erdogans für Entrüstung. Der DTP-Abgeordnete Hasip Kaplan warnte, dass ein türkischer Einmarsch in den Irak die ohnehin fragile Region noch weiter destabilisieren würde. Daher sei die DTP absolut dagegen. Ende September hatten Ankara und Bagdad vereinbart, gemeinsam gegen die PKK vorzugehen. Eine türkische Militäroperation im Nordirak ohne Rücksprache mit Bagdad war dabei allerdings nicht vorgesehen.