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Bahn streikt in Frankreich - Machtprobe zwischen Sarkozy und Gewerkschaften

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Bahn streikt in Frankreich - Machtprobe zwischen Sarkozy und Gewerkschaften

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Mit einem flächendeckenden Bahnstreik wollen die
französischen Gewerkschaften an diesem Donnerstag einen Abbau von Rentenprivilegien im Staatsdienst vereiteln. Es ist die erste große
Machtprobe der Gewerkschaften mit Präsident Nicolas Sarkozy über die geplanten Renten- und Sozialreformen. Auch der grenzüberschreitende Bahnverkehr wird beeinträchtigt sein.

Präsident Sarkozy sagte: “Das Recht zu streiken ist in der Verfassung verankert. Aber mich hat man gewählt, damit ich arbeite, damit ich Reformen umsetze, damit ich Frankreich modernisiere. Und das werde ich tun – wohl gemerkt im Sinne des Dialogs, mit ausgestreckter Hand. Aber was ich für richtig halte, werde ich durchsetzen.”

In Frankreich streitet man vor allem um die sogenannten “régimes spéciaux” , eine Art “Sonderversorgungssysteme”, die nach dem Zweiten Weltkrieg für Staatsdiener eingerichtet wurden. Im privaten Sektor liegt das Renteneintrittsalter bei 60 Jahren – im öffentlichen Dienst teilweise schon bei 50. Zu den Nutznießern der Sonderversorgungssysteme gehören die Beschäftigten – nebst Familien – der ehemals staatlichen Gas- und Stromversorger, der staatlichen Eisenbahn und die Parlamentarier.

1995 unternahm mit Premier Alain Juppé schon einmal ein Politiker den Versuch, diesen Privilegien zu Leibe zu rücken. Er wurde damals schlichtweg “niedergestreikt”.