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Parlament in Ankara entscheidet über Militärschlag gegen PKK-Kämpfer im Nordirak

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Parlament in Ankara entscheidet über Militärschlag gegen PKK-Kämpfer im Nordirak

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Vor einem möglichen Militärschlag der Türkei im Nordirak hat Bagdad vor schwerwiegenden Konsequenzen gewarnt. Eine Militäroperation könnte die Region weiter destabilisieren, hieß es. Auch die USA und die EU richteten dringende Appelle an Ankara, von einem Militärschlag abzusehen. Rund 3000 Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK sollen sich im Nordirak aufhalten. Das türkische Parlament wird am Mittwoch voraussichtlich die Genehmigung für eine Militäroperation erteilen.

Der irakische Vizepräsident Tarek al-Haschemi reiste am Dienstag zu Krisengesprächen nach Ankara. Bei einem Treffen mit dem türkischen Staatschef Abdullah Gül rief Haschemi die Türkei zum Dialog auf. Bagdad befürchtet, dass das letzte weitgehend friedliche Gebiet im Land auch noch zu einem Schlachtfeld werden könnte. Die Vereinten Nationen warnten vor einer Flüchtlingskrise, sollte Ankara seine Drohungen wahr machen. Auch die Bevölkerung im Grenzgebiet zum Irak ist besorgt. “Wir wollen nicht, dass das Parlament zustimmt”, meint Ramazan Yildirim aus Cizre. “Wir wollen hier keinen Krieg. Wir wollen nicht, dass die Grenze geschlossen wird.”

Da hilft es wenig, dass der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan zu beruhigen versucht. Eine Zustimmung des Parlaments sei kein Startschuss für einen sofortigen Einmarsch, sagte er. Aber es gehe um einen Akt der Selbstverteidigung – und man werde zur rechten Zeit und unter den richtigen Bedingungen handeln.