Eilmeldung

Eilmeldung

Srebrenica: Treffen am Ort des Massakers

Sie lesen gerade:

Srebrenica: Treffen am Ort des Massakers

Schriftgrösse Aa Aa

Witwen und Mütter der Opfer des Massakers von Srebrenica haben zwölf ehemalige Blauhelme getroffen, die an diesem Mittwoch den Ort aufgesucht haben, an dem vor zwölf Jahren fast 8000 Muslime das Leben verloren haben. Das Massaker wurde damals durch die Armee der bosnischen Serben verübt, für das Kriegsverbrechertribunal in den Haag war es ein Völkermord.

Sabra Mujic ist auch heute noch aufgebracht, wenn sie zurückdenkt. Von ihrem Sohn bleibe ihr nur noch ein Foto. Und an die Adresse der ehemaligen UN-Soldaten: “Wo wart ihr damals?” Acce Anakota, einer der früheren niederländischen Blauhelme, gesteht ein, das Fehler gemacht wurden. Er und seine Kollegen seien einfach zu jung gewesen, und psychologisch nicht auf die Aufgabe vorbereitet.

850 niederländische Un-Soldaten waren damals in Srebrenica stationiert. Politik der Vereinten Nationen war es aber, nicht einzugreifen. Auch Rob van der Uliet war ist der ehemaligen Soldaten: “Ich kann die Gefühle der Menschen verstehen!” Aber auch für ihn sei nicht einfach darüber zu sprechen. Nach Auffassung der Familien der Opfer hatten weder die niederländischen Blauhelme noch die Vereinten Nationen ausreichende Maßnahmen für den Schutz der Menschen in der UN-Schutzzone ergriffen – und sich damit mitschuldig gemacht.