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EU-Justiz kippt VW-Gesetz - Weg frei für größeren Einfluss von Porsche

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EU-Justiz kippt VW-Gesetz - Weg frei für größeren Einfluss von Porsche

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Das fast 50 Jahre alte VW-Gesetz hat vor dem europäischen Recht keinen Bestand. Mit diesem Urteil kippte der Europäische Gerichtshof den Schutzmechanismus des Autokonzerns vor einer feindlichen Übernahme. Das VW-Gesetz beschränke den freien Kapitalverkehr in der Union, so die höchsten EU-Richter in Luxemburg.

Damit ist der Weg frei für einen größeren Einfluss von Porsche bei VW. Der Sportwagenbauer hält 31 Prozent bei Volkswagen, übt nach dem bisherigen VW-Gesetz aber nur 20 Prozent der Stimmrechte aus. Das Land Niedersachsen ist mit mehr als 20 Prozent zweitgrößter Gesellschafter. Die Regierung kündigte an, auch künftig an dieser Beteiligung festzuhalten. Analysten rechnen indes schon bald mit einer Machtübernahme Porsches.

Die Porsche AG teilte inzwischen mit, sie akzeptiere, dass Niedersachsen entsprechend seines Aktienanteils angemessen im VW-Aufsichtsrat vertreten sei. Damit wäre die notwendige Kontinuität in der vertrauensvollen Zusammenarbeit sichergestellt. Was die Aufstockung der VW-Anteile angehe, so sieht sich Porsche aber nicht unter Zeitdruck.

Für die Frankfurter Börse heißt der Gewinner eindeutig Porsche. Die Aktie des weltweit profitabelsten Autobauers legte nach dem Luxemburger Urteil um mehr als fünf Prozent zu. Dagegen rutschte das VW-Papier kräftig ins Minus. Die großen Herausforderungen für die Zukunft, wie die Umwelttechnik, wollen Porsche und VW wie schon zuvor gemeinsam meistern.