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Randale zum Jahrestag des Ungarn-Aufstands

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Randale zum Jahrestag des Ungarn-Aufstands

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Nach den Ausschreitungen der vergangenen Nacht haben auch heute ein paar Dutzend rechtsextreme Demonstranten die Zeremonie zum Jahrestags des Ungarn-Aufstands gestört. “Gyurcsany verrecke” riefen viele. Gemeint war damit Regierungschef Ferenc Gyurcsany, der seit einem Jahr, als bekannt wurde, dass er wirtschaftliche Daten schöngeredet hatte, um die Wahl zu gewinnen, heftigen Protesten ausgesetzt ist.

Der Regierungschef seinerseits – begleitet von der Regierungsmanschft und Staatschef Laszlo Solyom – legte unterdessen einen Kranz am Denkmal des hingerichteten Ministerpräsidenten von 1956, Imre Nagy nieder. Die Pfiffe und Rufe der Demonstranten waren dabei im Hintergrund laut vernehmlich.

Zur gleichen Zeit hatte verschiedene rechtsextreme Gruppen eine Gegenzeremonie organisiert, an der mehrere Hundert Menschen teilnahmen. Darunter auch Mitglieder der “ungarischen Garde” – einer paramilitärischen Organisation, die Symbole aus der Nazizeit verwendet, als die ungarische Kollaborationsregierung sich aktiv an der Deportation ungarischer Juden beteiligte. Jüdische Gruppen, sowie Roma und Sinti fordern das Verbot der rechtsextremen Miliz.