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Türkischer Einsatz im Nordirak weiter ungewiss

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Türkischer Einsatz im Nordirak weiter ungewiss

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Während in der Türkei der Druck wächst, auch militärisch gegen die kurdischen Rebellen der PKK im Nordirak vorzugehen, hat Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan versichert, zuvor eine diplomatische Lösung zu suchen. Bei einem Besuch in London warnte er aber, die Geduld der Türkei sei bald am Ende. Und zur Beruhigung des Westens: Allenfalls ein begrenzter Militärschlag käme in Frage: “Wenn wir im Irak eingreifen, dann nur um gegen die PKK vorzugehen”, so Erdogan. Die Türkei stünde an der Seite des irakischen Volkes, das schon viel gelitten habe, und habe selber keinerlei Interessen im Nachbarland. Die territoriale und politische Einheit des Irak stünde nicht zur Debatte.

London und die USA fürchten, dass ein türkischer Eingriff die ohnehin komplizierte Situation im Irak noch weiter verschärfen könnte. Der britische Premier Gordon Brown unterstrich denn auch die Notwendigkeit zu einem gemeinsamen Vorgehen. Man wisse aber natürlich genau, dass etwas getan werden müsse, gegen Gruppen aus dem Irak, die in die Türkei eindringen, und dort das Leben türkischer Bürger bedrohen.

Aufständische, vor allem von der kurdischen Arbeiterpartei PKK, benutzen den Nordirak als Rückzugsbasis für Angriffe auf die türkische Armee. Während in mehreren Städten die Soldaten beerdigt wurden, die bei solchen Attacken ums Leben gekommen waren, hat die türkische Regierung eine Nachrichtensperre über die Kämpfe mit den Rebellen verhängt. Es entstehe der falsche Eindruck, dass die Sicherheitskräfte geschwächt seien, so ein Sprecher. Allein seit dem Wochenende sind mindestens 46 Menschen bei PKK-Angriffen getötet worden. Die Forderungen nach einem Militärschlag jenseits der Grenze werden seitdem immer lauter.