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Irak will PKK-Büros schließen

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Irak will PKK-Büros schließen

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Türkische Panzer in der kurdischen Grenzregion zum Irak – solche Bilder gehen seit Tagen um die Welt. Jetzt hat die irakische Regierung angekündigt, alle Büros der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Land schließen zu wollen. Am vergangenen Wochenende waren bei Kämpfen zwischen PKK-Rebellen und der türkischen Armee 46 Menschen getötet worden. Die PKK soll mehrere türkische Soldaten in ihrer Gewalt haben. Die Rebellen finden seit Jahren im Nord-Irak Unterschlupf und dringen von dort aus auf türkisches Gebiet vor. Seit die PKK 1984 den bewaffneten Kampf für mehr Autonomierechte der Kurden aufnahm, wurden mehr als 30.000 Menschen in dem Konflikt getötet.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan kam in London mit Premierminister Gordon Brown zusammen. Brown verurteilte die Angriffe der PKK vom Wochenende. Erdogan sagte, die Geduld der Türkei sei bald am Ende. Sollte sein Land im Irak eingreifen, dann nur, um gegen die PKK vorzugehen. Die Türkei selbst habe keinerlei Interessen im Nachbarland. Die territoriale Einheit des Irak stehe nicht zur Debatte. Allerdings könne man nicht ewig warten, die Türkei treffe ihre eigenen Entscheidungen. Indes wächst der Druck der Öffentlichkeit auf die Regierung. Auch am Dienstag demonstriertem wieder zahlreiche Türken gegen die PKK. Erstmals wurden dabei nicht Puppen des inhaftierten ehemaligen PKK-Führers Abdullah Öcalan verbrannt, sondern solche von Massud Barsani, dem Präsidenten der kurdischen Autonomieregion im Irak.