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Sarkozys grüne Revolution

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Sarkozys grüne Revolution

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Bisher hinkt Frankreich beim Umweltschutz europaweit hinterher. Nun soll alles anders werden, und zwar schnell und radikal: Neue Öko-Steuern, mehr Bio-Anbau, Ausbau des Schienenverkehrs… Mit einer milliardenschweren Klimaschutzinitiative will Staatspräsident Nicolas Sarkozy sein Land zum Vorreiter im Kampf gegen die Erderwärmung machen: “Alle großen öffentlichen Projekte, alle Entscheidungen der öffentlichen Hand, werden zukünftig nach ihren Folgen für das Klima und nach ihrem CO2-Ausstoß durchgerechnet.

Alle öffentlichen Entscheidungen werden künftig von ihren Folgen für die Biodiversität abhängig gemacht.” In Zukunft müssten nicht mehr Umweltschutzprojekte beiweisen, dass sie nötig sind, sondern umweltgefährdende Projekte, dass es keine andere Möglichkeit gäbe. “Das ist eine Revolution in der Art und Weise wie unser Land regiert wird.”

Hochsymbolträchtig war auch der US-Umweltengel Al Gore bei Sarkozys Grundsatzrede anwesend, und forderte ene globale Ausweitung der Initiative: “Wir müssen uns der Herausforderung stellen, schnell weitreichende Maßnahmen zu ergreifen! Wir brauchen eine Weltklimakonferenz, so dass alle Länder weitreichende Maßnahmen können.” Sarkozy sprach zum Abschluss eines mehrmonatigen Beratungsprozesses, an dem Politiker, Industrielle und Umweltschützer beteiligt waren. Der Präsident kündigte eine Steuer auf Produkte aus Ländern an, die das Kyoto-Protokoll boykottieren. Neue Atomkraftwerke soll es nicht mehr geben – die fast 60 bestehenden Reaktoren, die in Frankreich 80 Prozent des Stroms erzeugen, bleiben aber am Netz.