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Nationalfeiertag in der Türkei - Militär lässt die Muskeln spielen

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Nationalfeiertag in der Türkei - Militär lässt die Muskeln spielen

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Unter dem Eindruck der angespannten Lage an der irakischen Grenze hat das türkische Militär in Ankara Stärke demonstriert. An der traditionellen Truppenparade zum Nationalfeiertag nahmen auch Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und Präsident Abdullah Gül teil. Mit den Feiern wird an die Gründung der laizistischen Republik durch Kemal Atatürk vor 84 Jahren erinnert. Das Militär sieht sich seither als Wächter des Laizismus. Mehrmals putschte es Regierungen aus dem Amt.

Auch zahlreiche Medien nutzen den Feiertag, um für einen Schlag gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK mobil zu machen. Seit dem Tod mehrerer türkischer Soldaten steigt auch in der Bevölkerung die Zustimmung zu einem Militäreinsatz.

Unterdessen spitzt sich die Lage an der irakischen Grenze weiter zu. Wie türkische Medien berichten, befinden sich bereits 2000 türkische Soldaten im Nordirak. Angeblich unternehmen sie dort Patrouillen. Auf türkischer Seite hat die Armee laut Medienangaben 100 PKK-Kämpfer eingekreist. Die bewaffneten Kurden hätten sich im Berggebiet Ikiyaka in Höhlen zurückgezogen. Die Soldaten griffen vom Boden und mit Hubschraubern an. Nach Armeeangaben wurden bislang 60 PKK-Kämpfer getötet. Mindestens zwei türkische Soldaten starben bei Einsätzen im Krisengebiet.

Erstmals zeigten auch die USA Verständnis für Ankara: Nach der Verschleppung von acht Soldaten habe die Türkei “das Recht, sie im Nordirak zu suchen”, so eine Sprecherin des Weißen Hauses. Trotzdem hofft Washington weiter auf eine diplomatische Lösung: Am Donnerstag will Außenministerin Condoleezza Rice in Ankara dafür werben.

Auch außerhalb der Türkei setzen sich die Spannungen fort: In Berlin griffen am Sonntagabend rund 200 türkische Jugendliche kurdische Einrichtungen an. Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften wurden 18 Polizeibeamte verletzt.