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Präsident des Tschad richtet schwere Vorwürfe gegen französische Hilfsorganisation

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Präsident des Tschad richtet schwere Vorwürfe gegen französische Hilfsorganisation

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17 im Tschad festgenommene Europäer befinden sich nach wie vor in Polizeigewahrsam. Sie hatten versucht, 103 angebliche Waisenkinder illegal aus dem Tschad auszufliegen. Unter den Verdächtigen sind neun Franzosen, sieben Mitarbeiter der spanischen Fluglinie, die die Kinder ausfliegen wollte, sowie der belgische Pilot. Die Kinder hätten zu Gastfamilien nach Frankreich und Belgien gebracht werden sollen – was der Präsident des Tschad, Idriss Deby, bezweifelt. “Sie nach Europa zu bringen, würde bedeuten, sie an pädophilie Organisationen zu verkaufen”, sagte er. “Meiner Meinung nach ist das offensichtlich.” Die französische Staatssekretärin Rama Yade sagte den französischen Verdächtigen volle Unterstützung zu – obwohl sie die Aktion in Einklang mit dem Elysee-Palast als “unverantwortlich” bezeichnete.

Die vor drei Jahren gegründete Hilfsorganisation “L’Arche de Zoe”, zu deutsch “Zoes Arche”, gerät nun in ein schiefes Licht – auch wenn ihr Anwalt Gilbert Collard die Vorwürfe zurückweist: “Niemand kann ernsthaft annehmen, dass die Gastfamilien zu Pädophilenringen gehören, die auf frisches Fleisch warten, oder dass dahinter eine Organhandel-Organisation steckt. Das zeigt, wie weit man zu Übertreibungen bereit ist, wenn es um politische Ziele geht.” Einiges bleibt dennoch fraglich: So ist unklar, ob die Kinder tatsächlich, wie behauptet, aus dem Sudan stammen. Helfer bezweifeln auch, dass es sich um Waisenkinder handelt.

Der Präsident des Tschad sagte zu, dass die europäische Mission zur Bewältigung des Flüchtligsdramas in Darfur von der Affäre nicht betroffen sein soll.