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Tschad: Europäer werden weiter festgehalten

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Tschad: Europäer werden weiter festgehalten

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Im Tschad arbeiten die Behörden weiter an einer Anklageschrift gegen 16 Europäer. Ihnen droht ein Verfahren wegen Entführung und Kinderhandels. Die Gruppe wird seit Donnerstag in Abéché festgehalten. Unter ihnen sind auch Mitarbeiter der französischen Organisation Arche de Zoé sowie die spanische Besatzung eines Flugzeugs.

Die Piloten wurden vor Fernsehkameras von dem Präsidenten des Tschad, Idriss Deby beschuldigt, einer pädophilien Organisation geholfen zu haben. Was die Piloten bestritten. Deby drohte ihnen mit einer harten Strafe.

Abéché liegt in der Nähe der sudanesischen Bürgerkriegs-Region Darfur. Im Tschad halten sich hunderttausende Flüchtlinge, darunter Kinder, aus Darfur auf.

Die französische Regierung hat inzwischen reagiert. Die Staatssekretärin im Außenamt, Rama Yade verurteilte das Vorgehen der französischen Hilfsorganisation. Sie sagte: “Diese Aktion war illegal und unverantwortlich. Wir vertrauen der Justiz und man sollte sie jetzt bis zum Schluss in Ruhe ermitteln lassen. Wir sind mit Präsident Deby einer Meinung. Diese Aktion hätte es nicht geben dürfen.”

Woher die 103 afrikanischen Kinder stammen ist unklar. Die Hilfsorganisation bezeichnet sie als Kriegswaisen aus dem Sudan. Das Pariser Außenministerium hält es aber für möglich, dass sich auch Kinder aus dem Tschad darunter befinden und dass nicht alle Waisen sind.