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Anklage gegen mutmassliche Kindesentführer im Tschad

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Anklage gegen mutmassliche Kindesentführer im Tschad

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Die Staatsanwaltschaft im zentralafrikanischen Tschad hat nach einem vereitelten Kindertransport Anklage gegen Mitarbeiter der französischen Hilfsorganisation “Arche de Zoé” erhoben. Medienberichten zufolge wird den sechs Mitarbeitern und drei französischen Journalisten, die mit ihnen gereist waren, die Entführung von 103 angeblichen Darfur-Waisen und Betrug vorgeworfen.

In einem Video, das vor der Verhaftung gedreht wurde, hatten Mitarbeiter der Nichtsregierungsorganisation erklärt, sie hätten keinesfalls gesetzeswidrig gehandelt, sondern in der Absicht zu helfen. Man habe ihnen die Kinder gebracht. Wie ein Mitarbeiter von “Arche de Zoé” erklärt, habe er weder sudanesisches Recht verletzt, noch andere Gesetze gebrochen.

Sieben Mitglieder einer spanischen Flugzeugbesatzung und zwei Staatsangehörige des Tschad wurden als Komplizen angeklagt. Die Europäer werden derzeit in Abéché nahe der Grenze zum Sudan festgehalten.

Die Kinder befinden sich in einem Waisenhaus. Ersten Untersuchungen von UN-Mitarbeitern zufolge weisen sie keine Verletzungen auf. Ein großer Teil von ihnen stammt nicht aus Darfur, sondern aus dem Tschad. Zudem handelt es sich bei den meisten nicht um Waisenkinder.