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Bosniens Serben proben Aufstand

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Bosniens Serben proben Aufstand

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Zehntausende Serben haben in der Republika Srpska für den Erhalt der Serbenrepublik demonstriert. Allein in Banja Luka versammelten sich 30.000 Menschen. Hintergrund der Unruhen sind angeordnete Reformen des EU-Sondergesandten Miroslav Lajcak, die die Serben als faktische Aufhebung der Republika Srpska verstehen. Auch der Regierungschef der Serbenrepublik, Milorad Dodik, nahm an der Demonstration teil – und fand scharfe Worte: “Ich kann nur sagen, entlasst uns, wenn ihr wollt, rief er. Aber ich weiß auch, was wir dann tun: Dann gibt es einen Aufstand.”

Mit dem Vertrag von Dayton wurde Bosnien-Herzegowina in ein serbisches und ein muslimisch-kroatisches Gebiet geteilt, die einer gemeinsamen Verwaltung unterstehen. Lajcaks Reformen sollen die Arbeit der gemeinsamen Regierung vereinfachen und Blockaden durch eine Volksgruppe erschweren. Die Serben freilich sehen dies als Verstoß gegen das Dayton-Abkommen und protestieren heftig – so wie in Pale. Ein Demonstrant sagte: “Wir wollen nur, dass alles bleibt wie es ist, meint dieser Mann. Was uns im Dayton-Abkommen zugesagt wurde, muss erhalten bleiben.”

Bosnien-Herzegowina steht vor einer Zerreißprobe. Das Parlament muss noch entscheiden, ob die Serben die Institutionen verlassen wollen. Laut Beobachtern war die Lage in der Region seit Kriegsende nicht mehr so gefährlich.