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Russland gedenkt der Opfer des Stalinismus

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Russland gedenkt der Opfer des Stalinismus

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Am “Tag der politisch Verfolgten” hat Russlands Präsident Vladimir Putin der Opfer der Stalin-Diktatur gedacht. In Butovo, nahe Moskau, legte er Blumen nieder. Hier waren Ende der 30-er Jahre mehr als 20.000 politische Häftlinge erschossen und verscharrt worden.

Die Menschen seien Opfer einer sinnlosen Ideologie geworden, die an die Stelle menschlicher Grundwerte getreten sei, so Putin. Das Gedenken an die Opfer sei wichtig, so der Kreml-Chef, um für heutige und künftige Konflikte friedliche Lösungen zu finden. Politische Auseinandersetzungen müsse es geben, so Putin weiter, aber sie dürften niemals derart vernichtende Ausmaße annehmen.

Auch in früheren Arbeitslagern gedachten Menschen der Opfer. Bereits gestern hatten Menschrechtsorganisationen und ehemalige Verfolgte vor dem Gebäude des früheren Geheimdienstes KGB demonstriert. Sie beklagten ein Widererstarken der russischen Geheimdienste und eine schleichende Rehabilitierung des Stalin-Regimes, unter anderem in Schulbüchern.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Memorial leben in Russland noch rund 800.000 ehemalige Opfer politischen Terrors. In den 20-er bis 50-er Jahren waren in der Zeit der Stalin-Diktatur Millionen Menschen – oft ohne Gerichtsurteil – deportiert und ermordet worden.