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Russland: Putin gedenkt Stalinismus-Opfern

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Russland: Putin gedenkt Stalinismus-Opfern

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Am “Tag der politisch Verfolgten” hat Russlands Präsident Vladimir Putin der Opfer der Stalin-Diktatur gedacht. Der Kreml-Chef nahm zum ersten Mal an der Zeremonie teil. Auf dem früheren Schießplatz Butowo, nahe Moskau, legte Putin gemeinsam mit dem russischen Patriarchen Alexi II Blumen nieder. Auf dem Höhepunkt der Verfolgung vor 70 Jahren waren dort zehntausende Regimegegner erschossen worden.

Putin sagte, derartige Tragödien hätte es in der Menschheitsgeschichte mehrfach gegeben – und zwar immer dann, wenn eine sinnlose Ideologie an die Stelle menschlicher Grundwerte getreten sei.

Menschrechtsorganisationen hatten zu einer Demonstration vor dem Gebäude des früheren Geheimdienstes KGB aufgerufen. Sie warfen Putin vor, zu wenig gegen eine schleichende Rehabilitierung des Stalin-Regimes zu tun, etwa in Schulbüchern. Die Opfer würden ein weiteres Mal gedemütigt, so der Vorsitzende der Vereinigung der politisch Verfolgten, Sergey Volkov. Daran sei Putin schuld, der zwar zur Hälfte Demokrat, zur anderen aber noch immer Geheimdienstmann sei.

Putin hatte im Juni vor Geschichtslehrern gesagt, niemand solle Russland wegen des Stalinismus Schuldgefühle machen – in anderen Ländern hätten schließlich viel schlimmere Verbrechen stattgefunden. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Memorial leben in Russland noch rund 800.000 ehemalige Opfer politischen Terrors.