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Saudi-Arabien kritisiert britischen Anti-Terrorkampf

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Saudi-Arabien kritisiert britischen Anti-Terrorkampf

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Der saudische König Abdullah ist zu einem Staatsbesuch in Großbritannien eingetroffen. Er wurde am Flughafen in London von Prinz Charles begrüßt. Kurz vor dem Besuch hatte Abdullah der britischen Regierung in einem Interview vorgeworfen, nicht energisch genug gegen den Terror zu kämpfen. Auf Geheimdienstinformationen, die Saudi-Arabien Großbritannien vor den Terroranschlägen im Jahr 2005 übermittelt hat, sei nicht reagiert worden, sagte Abdullah. Möglicherweise hätte die Tragödie verhindert werden können, fügte er hinzu. Bei den Terroranschlägen in London waren 52 Menschen getötet worden. Von britischer Seite wurden Abdullahs Äußerungen zurückgewiesen

Der Besuch ist umstritten. Die Liberaldemokratische Partei rief zum Boykott aller Veranstaltungen auf. Partei-Chef Vince Cable sagte: “Ich denke es ist falsch, dass die britische Regierung so einen Ritterschlag macht. Es ist der offizielle Besuch eines Mannes, der der Kopf eines Regimes ist, das Menschenrechte verletzt, undemokratisch und sehr korrupt ist.”

Abdullahs Besuch ist der erste eines saudischen Monarchen in Großbritannien seit 20 Jahren. Der König wird am Mittwoch erstmals mit der britischen Regierung zusammentreffen. Vor der saudischen Botschaft versammelten sich am Abend Demonstranten, die gegen den Besuch protestierten.