Eilmeldung

Eilmeldung

Bis zu 40.000 Jahre Haft für Attentäter von Madrid

Sie lesen gerade:

Bis zu 40.000 Jahre Haft für Attentäter von Madrid

Schriftgrösse Aa Aa

Im Prozess um die Terroranschläge von Madrid sind die Urteile verkündet worden. Ein Hauptangeklagter, der Marokkaner Jamal Zougam, wurde zu einer Gesamtstrafe von 40.000 Jahren Haft verurteilt. Die maximale Haftdauer in Spanien beträgt jedoch höchstens 40 Jahre. Insgesamt waren 21 Angeklagte für schuldig befunden worden – sieben weitere wurden freigesprochen. Einer von ihnen, bekannt als “Mohammed der Ägypter”, sitzt in Italien in Haft und hatte das Verfahren per Videokonferenz verfolgt. Alle Angeklagten hatten ihre Unschuld beteuert.

Mit den Urteilen blieb das Gericht in vielen Fällen hinter den Forderungen der Staatsanwaltschaft zurück, die auch für andere mutmaßliche Drahtzieher tausendjährige Haftstrafen gefordert hatte. Die Höhe der Strafe ergibt sich aus der hohen Zahl der Getöteten und Verletzten.

Außerdem erkannte Richter Javier Gomez Bermudez den Opfern Entschädigungen zu. Die Hinterbliebenen erhalten zwischen 30.000 und anderthalb Millionen Euro.

Das Verfahren war im Februar eröffnet worden. Insgesamt 29 Personen waren angeklagt – die meisten von ihnen Spanier oder Marokkaner. Ein Angeklagter war bereits zuvor freigesprochen worden. Sieben vermeintliche Haupttäter hatten sich drei Wochen nach den Anschlägen von 2004 selbst umgebracht, als die Polizei sie umstellt hatte.