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Hintergrund: Die Madrider Anschläge vom 4. März 2004

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Hintergrund: Die Madrider Anschläge vom 4. März 2004

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Die Anschläge von Madrid – Sie waren die verheerendsten, die Spanien je erschüttert haben. Dreizehn Bomben hatten islamistische Extremisten am 11. März 2004 in eng besetzten Pendlerzügen versteckt. Als sie die Sprengsätze im morgendlichen Berufsverkehr zünden, explodieren zehn. Zwei Züge werden auf offener Strecke getroffen, zwei weitere im stark frequentierten Bahnhof Atocha. 191 Menschen sterben, mehr als 2000 werden verletzt. Drei weitere Bomben sollten vermutlich die später eintreffenden Rettungskräfte treffen – sie können entschärft werden.

Der Zeitpunkt war bewusst gewählt: Die Bomben erschüttern Spanien genau 911 Tage nach dem 11.9., dem Tag der New Yorker Anschläge von 2001. Und drei Tage vor der Parlamentswahl. Der konservative Regierungschef José María Aznar verdächtigt zunächst baskische Separatisten. Die ETA dementiert. Drei Tage später bekennt sich eine Al-Kaida-nahe Gruppe zu den Anschlägen.

Die Regierung ruft eine dreitägige Staatstrauer aus. In ganz Spanien drückten Millionen Menschen in Protestmärschen ihre Anteilnahme aus.