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Späte Wiedergutmachung für die Opfer Francos

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Späte Wiedergutmachung für die Opfer Francos

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Eine kleine Revolution im spanischen Parlament: Knapp 32 Jahre nach dem Ende des Franco-Regimes haben die Abgeordneten ein Gesetz verabschiedet, dass die Opfer von Diktatur und Bürgerkriege rehabilitiert. Gleichzeitig verurteilt der neue Text zum ersten mal auch öffentlich die Militärherrschaft. Zudem erklärt das von der sozialistischen Regierung eingebrachte Gesetz die Urteile der frankistischen Gerichte für “illegitim”. Für Überlebende und Hinterbliebene bedeutet das konkret, dass sie individuell Revision, und manchmal auch Entschädigung verlangen können. Das Gesetz sieht überdies vor, sämtliche Symbole des Franco-Regimes aus dem Straßenbild zu verbannen.

Im spanischen Bürgerkrieg, der der Franco-Diktatur vorausging, waren rund 600 000 Menschen ums Leben gekommen. Auch nach Ende des Konfliktes ließ der Diktator Schätzungen zufolge etwa 100 000 Gegner erschießen und in Massengräbern verscharren. Auf der anderen Seite waren den “Hinrichtungskomitees” der Republikaner im Bürgerkrieg rund 50 000 Menschen zum Opfer gefallen.

Um einen reibungslosen Übergang zur Demokratie zu ermöglichen, bewahrten spanischen die Parteien nach dem Tod des Generals im Jahr 1975 weitgehend Stillschweigen über die Geschehnisse. Das Gesetz war eines der wichtigsten Anliegen von Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero, dessen republiktreuer Großvater von den Truppen des Franco-Regimes exekutiert worden war.