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Spanien: Urteil im Madrider Terrorprozeß soll verkündet werden

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Spanien: Urteil im Madrider Terrorprozeß soll verkündet werden

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Im Prozess um die Anschläge auf vier Nahverkehrszüge in Madrid vom März 2004 wird heute das Urteil erwartet. Die Staatsanwaltschaft hat für die mutmaßlichen Drahtzieher und die Bombenleger fast 40.000 Jahre Haft gefordert. Experten rechnen damit, dass die Richter einen Großteil der Angeklagten schuldig sprechen werden. Insgesamt sind 29 Verdächtige angeklagt. Sie sollen eine islamistische Terrorzelle gebildet und unter dem Einfluss von Al-Kaida gestanden haben. Der Ägypter Rabei Osman al-Sayed gilt als Hauptangeklagter, bestreitet aber alle Vorwürfe. Er erklärte, er habe mit den Anschlägen nichts zu tun und verurteile sie. Sein Anwalt sagte, sein Mandant sei nicht ausreichend belastet worden, er solle freigesprochen werden.

Von den 13 Bomben, die die Terroristen in den Pendlerzügen versteckten und per Handy zündeten, explodierten zehn. 191 Menschen starben, über 1.800 wurden verletzt. Die Hinterbliebenen der Opfer glauben das noch nicht alles über die Tat vollständig aufgeklärt wurde. Die Mutter eines Opfer sagte: “Ich bin mir nicht sicher, welche Urteile gesprochen werden. Aber mein Kampf beginnt erst. Ich bin mir sicher, dass die Wahrheit noch nicht gefunden wurde.”

Gegenüber dem Atocha-Bahnhof in Madrid steht seit diesem Jahr ein Denkmal. Im Inneren des Monuments sind Trauerbotschaften zu lesen.