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Urteil gegen Attentäter von Madrid: Trauer der Angehörigen dauert an

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Urteil gegen Attentäter von Madrid: Trauer der Angehörigen dauert an

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Das Attentate von Madrid haben Spanien verändert. 191 Menschen wurden am 11. März 2004 getötet und mehr als 1.800 teilweise schwer verletzt. Es waren die bislang blutigsten Anschläge islamistischer Terroristen in Spanien. Ein
Racheakt für die Entsendung spanischer Truppen in den Irak sei es gewesen, hieß es in einer Bekennerbotschaft.

Insgesamt 10 Bomben explodierten in vier Pendlerzügen. Die Sprengkörper waren in Sporttaschen versteckt und wurden mit Mobiltelefonen ferngezündet. Etwa fünf Minuten nach der ersten Explosion kam der diensthabende Notarzt Ervigio Corral zur Unglücksstelle. “Es war schwierig, an den Verletzten vorbeizukommen, ohne ihnen helfen zu können”, erinnert er sich. “Ich ging zur Station, um die Lage überblicken zu können. Aber überall riefen Überlebende nach Hilfe, viele von ihnen konnten sich nur mehr mit den Augen verständlich machen.”

215 Ärzte, Techniker und Rettungskräfte waren im Einsatz – und gemeinmsam mit zahlreichen Freiwilligen gelang es ihnen, Hunderte Menschen zu retten. Aber für viele kam jede Hilfe zu spät – und die Angehörigen trauern noch heute. Eine von ihnen ist Angeles Pedraza, die bei den Anschlägen ihre 25-jährige Tochter Miriam verloren hat. “Sie war zwei Jahre verheiratet”, erzählt sie, “Miriam und ihr Mann hatten gerade ein Haus gekauft und wollten das in London feiern. Sie hatten Flugtickets für diesen Tag. Sie wollten fliegen und dann bald ein Baby bekommen…” Das Urteil gegen die Attentäter ist nun gesprochen – aber der Alptraum der Angehörigen hat damit noch lang kein Ende gefunden.