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Fingerabdruck-Pflicht in Deutschland nun auch für "unbescholtene" Bürger

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Fingerabdruck-Pflicht in Deutschland nun auch für "unbescholtene" Bürger

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Für jeden, der in Deutschland einen neuen Reisepass beantragt, wird von diesem November an in dem Dokument nicht nur ein biometrisches Foto, sondern auch der Fingerabdruck auf einem Chip gespeichert. Deutschland setzt damit eine EU-Verordnung um, ungeachtet der Proteste von Datenschützern und Opposition.

Joachim Küter von der Bundesdruckerei verweist auf die Vorteile dieser neuen Generation des e-Passes: Während früher die Grenzbeamten per Augenschein prüfen mussten, ob der Reisende wirklich derjenige war, der im Pass abgebildet war, könne der Fingerabdruck dies nun zweifelsfrei klären.

Datenschützer befürchten hingegen den Missbrauch der privaten Angaben, die vom Chip auch aus gewisser Entfernung, etwa durch die Manteltasche hindurch, gefunkt werden. Die nordrhein-westphälische Datenschützerin Bettina Sokol sorgt sich um die potenzielle Gefahr des Missbrauchs der Daten in Drittstaaten: Man wisse schließlich nicht, ob diese die Daten speicherten, und für welche Zwecke.

Entgegen den Beteuerungen der Bundesregierung bekräftigen die Kritiker außerdem, dass der e-Pass keineswegs so fälschungssicher sei – Hacker hätten schon das Gegenteil bewiesen. Die härtesten Gegner empfehlen gar, den Chip zu zerstören, ihn zum Beispiel in der Mikrowelle zu grillen. Trotz der Proteste will die EU das Fingerabdruck-System bis zum nächsten Jahr in allen Mitgliedsstaaten umsetzen.