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Italien will kriminelle EU-Bürger per Dekret ausweisen

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Italien will kriminelle EU-Bürger per Dekret ausweisen

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Ein Vorstadtbahnhof in der Nähe von Rom. Hier ist gestern abend eine 47-jährige Frau zusammengeschlagen, vergewaltigt und von einer Brücke geworfen worden. Sie überlebt schwerverletzt und liegt im Koma. Der mutmaßliche Täter, ein 24-jähriger Rumäne, konnte gefasst werden. Eine Landsmännin hatte beobachtet, wie er sich des Körpers entledigte, und die Polizei alarmiert.

Der Vorfall ereignete sich zu einem Zeitpunkt, da Italien seine Ausländerpolitik verschärft. Laut Walter Veltroni, Chef der neuen linken Demokratischen Partei und Bürgermeister von Rom, muss die Frage auf europäischem Niveau geregelt werden. Der Migrationsstrom aus Rumänien habe in den letzten Jahren Überhand genommen.

Die italienische Regierung erließ daher ein Dekret, das es ermöglicht, kriminelle EU-Bürger binnen 24 Stunden auszuweisen. Wie Regierungschef Romano Prodi erklärt, habe ihm der rumänische Premierminister seine volle Unterstützung zugesichert, um die Kooperation zwischen Polizeikräften, Geheimdiensten und Gerichten beider Länder zu verstärken.

Die Rumänen, die mit 15 Prozent den größten Teil der Ausländergemeinschaft in Italien ausmachen, wehren sich gegen eine Stigmatisierung ihres Volkes. 75 Prozent der von Januar bis August in Rom Verhafteten waren rumänischer Herkunft.