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Ausnahmezustand in Pakistan - mit welchen Folgen?

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Ausnahmezustand in Pakistan - mit welchen Folgen?

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Was Machthaber Musharraf beschlossen hat, erfahren die Bürger aus dem staatlichen Fernsehen. Private Sender hat der General schließen lassen. Das ist Teil des Ausnahmezustandes, mit dem die Verfassung außer Kraft gesetzt wurde. Er habe das getan, um den von ihm selbst vor acht Jahren eingeleiteten “Übergang zur Demokratie” zu bewahren, verteidigt Musharraf seinen Schritt.

Pervez Musharraf hält sich für einen natürlichen Anführer, den das Schicksal dazu auserkoren hat, sein Land zu retten. Im Oktober 1999 übernahm der General in einem unblutigen Putsch die Macht in Pakistan. Damals versprach er seinem Volk Gerechtigkeit, Wohlstand und Glück.

Zwei Jahre später, nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 entzog er den radikal-islamischen Taliban im benachbarten Afghanistan die Unterstützung. Die USA zahlten ihm seither rund 7 Milliarden euro für diese “strategische Partnerschaft”. Dafür versprach Muasharraf den USA, als Koalitionspartner an deren Seite den Terrorismus zu bekämpfen.

Um so größer ist nun in Washington die Enttäuschung. Außenministerin Coldoleezza Rice liess keine Zweifel mit ihrer Erklärung, die USA würden niemals Handlungen unterstützen, die nicht mit der Verfassung in Einklang stünden. Mit dieser Entwicklung in Pakistan scheint für US-Präsident Bush ein weiterer wichtiger Baustein für den Aufbau einer neuen Weltordnung unter Führung der USA zu zerbröckeln.

Der Journalist Zahis Hussein spricht von Verzweiflung, aus der heraus Musharraf handelt, nachdem er die Krise nicht in den Griff bekommt. Der Journalist meint: “ das Ende des Spiels hat begonnen.” Was könnte danach kommen? Etwa sie, Benazir Bhutto, die ehemalige Regierungschefin? Mitte Oktober war sie für einige Tage wieder im Lande gewesen, um sich als Kandidatin für die Parlamentswahlen in Stellung zu bringen.