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Spanisches Königspaar besucht Nordafrika-Exklaven

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Spanisches Königspaar besucht Nordafrika-Exklaven

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Begleitet von scharfer Kritik aus Marokko hat König Juan Carlos die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta besucht – als erster spanischer Monarch seit achtzig Jahren. Er wurde von Königin Sofia begleitet. Zehntausende Menschen jubeltem dem Königspaar mit spanischen Fahnen zu.

Im Rathaus von Ceuta erhielt Juan Carlos den symbolischen Goldenen Schlüssel der Stadt. Der Besuch sei überfällig gewesen, sagte der König in einer kurzen Ansprache. Auf den Streit mit Marokko um die beiden spanischen Exklaven ging er nicht direkt ein; er betonte lediglich das Interesse Spaniens an gutnachbarschaftlichen Beziehungen. Am Dienstag wird das Königspaar in der zweiten Exklave Melilla erwartet.

Sie sei eine spanische Muslima, sagte diese Einwohnerin von Ceuta: Der König sei hier willkommen. Er hätte schon früher kommen sollen, fügte eine andere Frau hinzu: Ceuta sei ein sehr wichtiges Stück Spanien. Die beiden Städte an der nordafrikanischen Mittelmeerküste gehören seit 400 Jahren zu Spanien. Doch Marokko erhebt Anspruch auf die beiden Exklaven.

Das Parlament in Rabat bekräftigte diesen Standpunkt. Zuvor hatte die Regierung den marokkanischen Botschafter in Madrid zu Konsulationen zurückbeordert. An der Grenze zu Ceuta protestierten mehrere tausend Menschen gegen die “spanische Besatzung”. Marokkanische Sicherheitskräfte mussten die Demonstranten davon abhalten, den
Grenzübergang zu stürmen.