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"Unprofessionell": Reporter kritisiert Aktivisten im Tschad - Opposition kritisiert Sarkozy

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"Unprofessionell": Reporter kritisiert Aktivisten im Tschad - Opposition kritisiert Sarkozy

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Nach der Freilassung von sieben Europäern im Tschad sind die noch inhaftierten sechs Mitglieder der Hilfsorganisation “Arche de Zoé” vernommen worden. Sie sind wegen Kindesentführung angeklagt, nachdem sie 103 angebliche Darfur-Waisen nach Frankreich ausfliegen wollten. Morgen wollen ihre Anwälte in den Tschad reisen. Zwei spanische Piloten und ein Flugbegleiter sitzen wegen mutmaßlicher Komplizenschaft in Haft. Vier weitere spanische Stewardessen waren gestern – zusammen mit drei französischen Journalisten – in Begleitung von Staatspräsident Nicolas Sarkozy nach Hause geflogen.

Der Leiter der Hilfsorganisation soll indes gewusst haben, dass die Aktion im Gefängnis enden könnte. Das soll aus einem Interview hervorgehen, das einer der freigelassenen Journalisten im Tschad gedreht hatte: “Die Mitarbeiten von Arche de Zoe sind überzeugt, in guter Absicht gehandelt zu haben – nämlich, Waisen aus Darfur zu helfen”, so Marc Garmirian. Dabei sollen sie jedoch sehr unprofessionel vorgegangen sein und unter anderem die Kinder als Kriegsopfer verkleidet haben.

Abgeordnete der Opposition kritisierten indes die Tschad-Reise Sarkozys. Sie warfen dem Präsidenten eine “Zorro-Mentalität” vor. Sozialistenchef Francois Hollande forderte – wie im Fall der Freilassung bulgarischer Krabkenschwestern aus libyscher Haft – eine unabhängige Untersuchung.