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Pakistans Anwälte protestieren weiter - Musharraf wechselt Oberste Richter aus

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Pakistans Anwälte protestieren weiter - Musharraf wechselt Oberste Richter aus

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In Pakistan gehen die Proteste der Anwälte gegen Staatschef Pervez Musharraf weiter. Am vierten Tag nach Verhängung des Ausnahmezustands wurden zahlreiche Juristen von der Polizei zusammengeschlagen, berichteten Augenzeugen. Rund einhundert Demonstranten wurden laut Medienangaben festgenommen. Im zentralpakistanischen Multan warfen die Demonstranten Musharraf “nackte Gewalt gegen die Verfassung” vor. Auch in Lahore, Karachi und Islamabad kam es zu Protesten. Seit Samstag haben die Sicherheitskräfte nach Schätzungen 3500 Menschen festgenommen.

Davon unbeeindruckt ersetzte der Präsident einen Großteil der Obersten Richter. Unter Vorsitz von Abdul Hamid Dogar annulierte das Gericht den Erlass, der die Verhängung des Notstands “illegal” nannte – es war der letzte des früheren Chefrichters Iftikhar Chaudry. Nach seiner zwischenzeitlichen Entlassung war der Musharraf-Kritiker im März zu einem Symbol des Widerstands geworden. Jetzt rief der erneut Entlassene aus dem Hausarrest die Anwälte auf, für die Verfassung zu kämpfen.

Auf wachsenden internationalen Druck hatte Musharraf gestern in Aussicht gestellt, als Armeechef zurückzutreten – eine der Hauptforderungen der Opposition. Einen Zeitpunkt nannte Musharraf jedoch nicht. Oppositionsführerin Benazir Bhutto kündigte für Freitag Massenproteste an. Noch aber halten sich ihre Anhänger zurück. Spekulationen über einen möglichen politischen Deal mit Musharraf wies sie zurück. Die Gerüchte, sie werde Premierministerin einer Übergangsregierung, seien falsch, so Bhutto auf ihrem Flug nach Islamabad. In der Hauptstadt will sie sich mit anderen Oppositionsführern treffen – nicht jedoch mit Musharraf. Bhutto war erst vor kurzem nach Pakistan zurückgekehrt. Im kommenden Januar will sie sich erneut zur Regierungschefin wählen lassen.