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Sprachenstreit und Folgen in belgien

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Sprachenstreit und Folgen in belgien

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Im Zentrum von Brüssel ist die belgische Welt noch in Ordnung. Da vertragen sich auf einem Schild die französische Bezeichnung “Grand Place” und die niederländische “Grote Markt” ganz ohne Probleme. Aber schon naht ein Spaßvogel, der die Region “Brüssel Hauptstadt samt 19 Vororten” verkaufen will, wie auf dem Plakat steht, das er an den Laternenpfahl klebt.

Geografisch liegen die 19 Vororte von Brüssel ebenso wie weitere 35 Gemeinden drumherum in der nord-belgischen Region Flandern. Und von diesen 35 Gemeinden erlauben bisher 6 in Verwaltungsangelegenheit beide Sprachen. Unsere Karte zeigt, wir hoch jeweils der Anteil francophoner Einwohner ist.

Um den Zorn der Flamen zu verstehen, muss man wissen, dass bei ihnen an der Küste der Reichtum des Landes erwirtschaftet wird – während der Süden Unterstützung bezieht.

Dieser wallonische Liberale betont, das mehrheitlich francophone Brüssel habe nichts gemein mit der Sicht der Flamen, die niemals akzeptieren werden, dass in die meisten Gemeinden im Umland der Hauptstadt überwiegend französisch gesprochen wird. Die niederländisch sprechenden Flamen berufen sich darauf, dass sie im Königreich Belgien die Mehrheit bilden.

Diese Haltung illustrieren die immer wieder beschädigten Ortsschilder in den offiziel zweisprachigen Gemeinden.
Immer ist der französische Text beschmiert.

Der flämische Christdemokrat Mark Eyskens, ein ehemaliger Ministerpräsident, liefert diese Erklärung: “ Die einst vollkommen flämischen Gemeinden wurden überrannt durch den massenhaften Zuzug von Francophonen aus Brüssel. Sie beklagen nun eine francophone Überfremdung. Die Flamen beklagen, dass diese Leute sich nicht ihrer niederländischen Kultur anpassen. Es ist auch ein psychologisches Problem.”

Am massenhaften Zuzug von Francophonen ist die Europäische Union schuld. Die vielen in Brüssel arbeitenden Diplomaten, deren Mitarbeitern, die Journalisten beherrschen nun mal eher die Weltsprache Französisch.