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Das wechselvolle Leben des Vojislav Seselj

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Das wechselvolle Leben des Vojislav Seselj

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“Vor dem UN-Tribunal werde ICH der Richter über die Amerikaner und die NATO sein, denn niemand kann die serbische nationale Idee besiegen”. Mit diesen Worten verabschiedete sich Vojislav Seselj vor seiner Abreise zum UN-Kriegsverbrechertribunal von seinen Anhängern.

Seine 1991 gegründete “Serbische Radikale Partei” – ist im Parlament in Belgrad stärkste Kraft – allerdings in der Opposition.
In seiner Parteitagsrede 2003 kurz vor der Abreise nach den Haag würdigte Seselj die – “zehntausend Freiwilligen, die für eine ehrenhafte Sache an der Front gekämpft haben.”

Die Front – das waren die Kriege der 90er Jahre in Bosnien und Kroatien und im Kosovo. Da agierte er als Anführer mehrerer para-militärischen Einheiten. Seine Karriere hatte Vojislav Seselj einst als Kommunist begonnen, seine Dissertation zum Doktor der Rechtswissenschaft von 1979 trägt den Titel: “Das politische Wesen des Militarismus und Faschismus”.

18 Jahre später beschrieb er seine Position so: “Wir sind keine Faschisten. Wir sind nur Chauvinisten, die Kroaten hassen.” Für Seselj gibt es nur die – wie er es nennt – “vereinigte Republik aus Serbien, Montenegro, der Republika Sprska und der Kraina-Republik”.

Für seine Idee von einem “Großserbien” hatte Seselj in den 90er Jahren auch gedroht, ein slowenisches Kern-Kraftwerk, Zagreb, den Vatikan, Wien und andere europäische Hauptstädte bombardieren zu lassen.