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Koalitionsverhandlungen in Belgien drohen am Sprachenstreit zu scheitern

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Koalitionsverhandlungen in Belgien drohen am Sprachenstreit zu scheitern

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In Belgien hat sich die politische Krise am, Mittwoch weiter zugespitzt. Die monatelangen Koalitionsverhandlungen könnten erneut vor dem Aus stehen. Wieder einmal geht es um den Sprachenstreit zwischen Niederländisch und Französisch, zwischen Flamen und Wallonen. Mit der Mehrheit der flämischen Parteien hat der Innenausschuss des Parlaments einer umstrittenen Wahlkreisreform zugestimmt. Wallonische Abgeordnete verließen daraufhin empört die Sitzung.

Es geht um die Teilung des Wahlkreises Brüssel-Halle-Vilvoorde, zu dem neben der zweisprachigen Hauptstadtregion auch 35 flämische Kommunen im Umland gehören. Die Flamen wollen damit ihren Einfluss sichern. Die Wallonen sind dagegen, denn inzwischen leben auch viele Französisch sprechende Belgier im Brüsseler Randgebiet. Sie könnten künftig nicht mehr für ihre wallonische Kandidaten stimmen.

Die Entscheidung ist noch nicht endgültig. Als nächstes muss das Parlament darüber beraten. Doch die Frage ist höchst symbolisch. Und für Yves Leterme, den designierten Ministerpräsidenten, schwinden nun die Chancen, nach 150 Tagen zähen Ringens doch noch eine Regierung zu bilden. Denn es war dem flämischen Christdemokraten nicht gelungen, die potentiellen flämischen und wallonischen Koalitionspartner auf eine gemeinsame Linie zu trimmen.