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Pakistan: Benazir Bhutto geht auf Konfrontationskurs zu Pervez Musharraf

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Pakistan: Benazir Bhutto geht auf Konfrontationskurs zu Pervez Musharraf

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In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad haben sich am Mittwoch Hunderte Menschen zu einer Kundgebung für die ehemalige Ministerpräsidentin Benazir Bhutto versammelt. Als die Demonstranten versuchten, eine Polizeiblockade zu durchbrechen, setzten die Sicherheitskräfte Tränengas und Schlagstöcke ein, um die Menge zurückzudrängen. Bhutto ihrerseits geht auf Konfrontationskurs: Trotz des von Präsident Pervez Musharraf verhängten Ausnahmezustands rief sie ihre Anhänger für Freitag zu einer Kundgebung in Rawalpindi nahe der Hauptstadt auf. Für die kommende Woche kündigte Bhutto zudem einen Marsch ihrer Unterstützer von Lahore nach Islamabad an. Bei einer Sitzung der Pakistanischen Volkspartei verlangte Bhutto, die Internationale Gemeinschaft müsse Musharraf dazu bringen, entweder den Ausnahmezustand aufzuheben oder zurückzutreten.

Auch der Ex-Kricketstar und Oppositionspolitiker Imran Khan kritisierte den Ausnahmezustand. In einer Videobotschaft erklärte er, Musharraf klammere sich an die Macht und kündigte an, weitere Protestkundgebungen zu organisieren. Musharraf selbst gerät in die Defensive. Zwar hatte er mit Bhutto über ein mögliches Bündnis verhandelt; nach der Verhängung des Ausnahmezustands jedoch erklärte die Politikerin die Gespräche für beendet. Musharraf müsse Neuwahlen ausrufen und als Armeechef zurücktreten, so ihre Forderungen.

Auch die Anwälte protestierten den dritten Tag in Folge gegen Musharrafs Maßnahme: In mehreren pakistanischen Städten kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Laut der Opposition wurden seit der Verhängung des Ausnahmezustands mehr als 3500 Menschen verhaftet – laut der Regierung waren es nur halb so viele.