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"Ich springe mit Sicherheit höher als 5,50 Meter!" - Interview mit dem vielfachen Stabhochsprung-Weltmeister Sergej Bubka

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"Ich springe mit Sicherheit höher als 5,50 Meter!" - Interview mit dem vielfachen Stabhochsprung-Weltmeister Sergej Bubka

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Er ist ein Ausnahmesportler: Im Stabhochsprung hat er nicht weniger als 35 Mal Weltrekord-Marken gesetzt, 1988 war er Olympiasieger: Sergej Bubka aus der Ukraine. Sein letzter Rekord von sechs Metern und vierzehn, den er 1994 in Italien verzeichnete, blieb unübertroffen. Nach dem Abschied vom aktiven Sport wurde Bubka einer der einflussreichsten Funktionäre: Er ist Mitglied des IOC und Präsident der Athletik-Kommission. EuroNews traf Bubka bei der internationalen Fachmesse Sportel in Monaco.

EuroNews: Ihr Weltrekord ist bis heute unübertroffen. Wie kommt es, dass die besten Sportler nicht einmal in seine Nähe kommen, wie erklären Sie sich die Langlebigkeit dieses Rekords?

Sergej Bubka: Ich habe ständig versucht, meine Technik, die Ergebnisse zu verbessern. Ich habe einen guten Job gemacht und ich bin mit meiner sportlichen Karriere zufrieden. Meine Leidenschaft war der Stabhochsprung, ich war davon begeistert.

EuroNews: Bei den Männern herrscht Stillstand, keiner kommt an Ihren Rekord heran. Die Frauen hingegen haben ihre Leistungen von Jahr zu Jahr verbessert. Was denken Sie über den Stabhochsprung der Frauen und vor allem über die Leistungen der Russin Elena Isanbajewa?

Sergej Bubka: Der Stabhochsprung der Frauen hat sich entwickelt, das ist gut. Wir haben gute Athletinnen, Persönlichkeiten wie Isanbajewa. Das macht die Disziplin populär, berühmt und bringt unserem Sport, der Athletik eine Menge öffentliche Aufmerksamkeit. Dass die Frauen die Fünf-Meter-Marke überwunden haben, ist wirklich eine große Leistung.

EuroNews: Trotz aller Kritik an den Olympischen Spielen 2008 im Zusammenhang mit den Menschenrechten oder der Umweltverschmutzung, wie sehen Sie diese Spiele?

Sergej Bubka: Blickt man auf die vergangenen sechs Jahre zurück, so muss man große Fortschritte in der Frage der Menschenrechte zugeben. Das Land hat sich geöffnet. Auch wird viel Geld gegen die Verschmutzung, zur Verbesserung der Umwelt investiert. Ich weiß das, weil ich als Mitglied der Koordinierungs-Kommission viel reise. Die Olympischen Spiele haben China eine Reihe positiver Veränderungen gebracht.

EuroNews: Was denken Sie über den Fall der Sprinter-Königin Marion Jones und ihre Verwicklungen in das Doping?

Sergej Bubka: Es ist schlimm, dass Marion Jones verbotene Mittel genommen hat. Wir müssen uns fragen, welches die Ursachen sind und wie die Beweise aussehen. Doch ich denke, dass wir Fortschritte gemacht haben, dass es leichter geworden ist, jene Sportler auszumachen, die uns belogen haben. Das IOC hat entschieden, dass Sportler, die gedopt haben und für sechs Monate gesperrt werden, an den Olympischen Spielen nicht teilnehmen dürfen.

EuroNews: Die Fußball-Europameisterschaft 2012 findet in Polen und in der Ukraine statt, die Olympischen Spiele 2014 im russischen Sotschi. Sind Mittel- und Osteuropa groß im Kommen?

Sergej Bubka: Osteuropa entwickelt sich sehr schnell, was mit dazu geführt hat, dass Polen und die Ukraine die Fußball-Europameisterschaften ausrichten dürfen. Ich habe die Bewerbung meines Landes unterstützt. Natürlich freuen wir uns darüber und sind stolz, Gastgeber der Meisterschaften zu sein. Wir arbeiten hart daran, die Europa-Meisterschaften 2012 zu einem Erfolg zu machen.

EuroNews: Wir haben gewettet: Wie hoch springen Sie heute? Fünf Meter?

Sergej Bubka: Nein!!! Fünf? Ist das das ein Witz? Fünf Meter ist leicht! Ich springe mit Sicherheit höher als fünf Meter fünfzig.