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Frankreich vor größter Streikwelle seit zwölf Jahren

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Frankreich vor größter Streikwelle seit zwölf Jahren

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In Frankreich droht die größte Streikwelle seit zwölf Jahren. Von heute abend an werden zunächst die Eisenbahner landesweit die Arbeit niederlegen. Am Mittwoch wollen sich die Beschäftigten in der Strom- und Gasversorgung, im Nahverkehr und der Oper daran beteiligen. Die staatliche Eisenbahngesellschaft SNCF erwartet, dass während des Streiks von 700 Hochgeschwindigkeitsverbindungen lediglich 90 bedient werden. In der Region Paris soll einer von zehn Bussen fahren. Eric Falempin von der Gewerkschaft Force Ouvrière kündigte an, die Regierung gehe ein großes Risiko ein, wenn sie sich weigere, über die Forderungen der Gewerkschaften zu verhandeln. Die Angestellten des gesamten öffentlichen Dienstes könnten auf die Straße gehen, für den 20. hätten auch Lehrer, Richter, Angestellte von Post und Telekom Arbeitskämpfe angekündigt. Möglicherweise streikten die Eisenbahner dann immer noch, es werde ein harter und langer Arbeitskampf. Die Streiks richten sich gegen den Reformkurs von Präsident Nicolas Sarkozy. Er will vor allem das Renteneintrittsalter in manchen Branchen senken. Seitens der Regierung hieß es, wenn man die nötigen Reformen jetzt nicht angehe, könne niemand mehr garantieren, dass in zehn oder 15 Jahren überhaupt noch Rentenansprüche ausgezahlt würden.

Unterstützt werden die Eisenbahner von Studenten, die bereits gestern Universitäten und, wie hier in Nanterre, Bahnhöfe blockierten. 1995 hatte ein wochenlanger Massenstreik die damalige Regierung so geschwächt, dass sie ein ähnliches Reformvorhaben zurücknehmen musste.