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Neue Streiks gegen Sarkozys Reformkurs

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Neue Streiks gegen Sarkozys Reformkurs

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In Frankreich droht die größte Streikwelle seit zwölf Jahren. Als erste legten am Dienstagabend die Eisenbahner landesweit die Arbeit nieder. Die Proteste richten sich gegen den Reformkurs von Präsident Nicolas Sarkozy. Vor dem Europaparlament bekräftigte Sarkozy entschlossen, er werde sich nicht von seinem Kurs abbringen lassen. Er habe die Reformen vor seiner Wahl versprochen. Sie seien der größte Dienst, den Frankreich Europa erweisen könne.

Eric Falempin von der Gewerkschaft Force Ouvrière forderte die Regierung zu Verhandlungen den Gewerkschaften auf. Für ihn ist die Rentenreform ein Betrug an den Arbeitnehmern: “Als die Eisenbahner ihren Arbeitsvertrag unterzeichneten, gab es die Zusage, Rente mit 50 für Lokführer, mit 55 für die anderen. Das wird jetzt in Frage gestellt”, kritisiert Falempin.

Am Mittwoch wollen sich die Beschäftigten in der Strom- und Gasversorgung, im Nahverkehr und an den Opern an dem Streik beteiligen. Für kommende Woche haben auch Lehrer, Richter sowie Angestellte von Post und Telekom Arbeitskämpfe angekündigt. Die Regierung plant die Mindestversicherungszeit, die für eine Rente ohne Abschläge erforderlich ist, im öffentlichen Dienst von 37,5 Jahren auf 40 Jahre anzuheben – so wie in der Privatwirtschaft üblich.

1995 hatte ein wochenlanger Massenstreik die damalige Regierung so geschwächt, dass sie ein ähnliches Reformvorhaben zurücknehmen musste.