Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Annäherung im französischen Rentenstreit - Chaos auf Straße und Schiene


welt

Annäherung im französischen Rentenstreit - Chaos auf Straße und Schiene

Während Eisenbahner und andere die Arbeit unbefristet niederlegten, haben sich die französischen Tarifparteien auf so genannte Dreier-Gespräche geeinigt. Vertreter von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Regierung sollen in den Unternehmen unterschiedliche Abschlüsse für einzelne Berufsgruppen aushandeln. Damit könnten einige der Arbeiter Teile der Privilegien behalten, deren Abschaffung Präsident Nicolas Sarkozy im Wahlkampf versprochen hatte.

Es geht um die Frührente, von der rund eine halbe Million Beschäftigte in Staatsbetrieben profitiert. Sie können teilweise schon mit 50 Jahren in den Ruhestand. Gestreikt wird auch bei den staatlichen Energieversorgern. Beim Stromriesen EDF legten Arbeiter ein Kraftwerk lahm. Der Versorger kündigte Konsequenzen an.

Die Direktion der Pariser Verkehrtsbetriebe legte unterdessen ein neues Angebot vor. Priorität sei, dass der Verkehr morgen wieder rolle, sagte ihr Vorsitzender Pierre Mongin.

Auf Frankreichs Straßen und Schienen herrscht derweil Chaos – zum zweiten Mal in vier Wochen. Am schlimmsten betroffen war der Großraum Paris: Auf den Autobahnen bildeten sich schon um 6 Uhr erste Schlangen. Vor den Toren der Hauptstadt waren die morgendlichen Staus zehn mal länger als üblich. Während nur jede zehnte Eisenbahn rollte, fuhr im Pariser Nahverkehr immerhin jede fünfte Metro und jeder sechste Bus. Auf manchen S-Bahn-Strecken aber ging gar nichts, rund tausend Busse sollten aushelfen.

Die meisten Probleme aber gab es im Fernverkehr: Nach Angaben der französischen Eisenbahn sollen von 700 Schnellzügen nur 90 fahren. Im Regionalverkehr werden rund 2000 Ersatzbusse eingesetzt. Auch beim Eurostar und beim Thalys müssen Reisende mit Verspätungen rechnen.

Mehr zu:
Nächster Artikel

welt

Belgische Familiengeschichten