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Nach Rüffel: Chavez will Entschuldigung von Juan Carlos

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Nach Rüffel: Chavez will Entschuldigung von Juan Carlos

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Nach der königlichen Schelte hat Venzuelas Präsident Hugo Chavez den Madrider Monarchen aufgefordert, sich zu entschuldigen. Andernfalls drohte der Linkspopulist mit wirtschaftlichen Konsequenzen. Spanien ist der größte ausländische Investor in dem südamerikanischen OPEC-Land. Seit Chavez’ Machtübernahme 1999 investierten spanische Unternehmen dort mehr als 1,7 Milliarden Euro.

Chavez sagte, noch immer existierten koloniale Einstellungen in Bezug auf Südamerika: “Vor hunderten von Jahren kam die Order aus Madrid, den Mund zu halten. Doch die Südamerikaner beugten sich nicht einfach. Sie schnitten den Imperialisten die Kehle durch.”

Beobachter gehen davon aus, dass Chavez mit seiner Rhetorik vor allem seine Popularität steigern will – gut zwei Wochen vor einem geplanten Referndum. Spanien gibt sich deshalb diplomatisch: Man müsse jetzt zu guten Beziehungen zurückfinden, so Regierungschef José Luis Rodriguez Zapatero. Eine Entschuldigung lehnt Madrid ebenso ab wie diplomatische Sanktionen, wie sie Spaniens früherer Ministerpräsident Jose Maria Aznar forderte.

Auf dem Iboamerika-Gipfel am Wochenende hatte Chavez Aznar als Faschisten bezeichnet. Spaniens König Juan Carlos hatte ihn daraufhin aufgefordert, den Mund zu halten. Der rüffelnde Monarch selbst zeigte sich spanischen Medien gegenüber betrübt über den Eklat; er sei jedoch überzeugt, sich richtig verhalten zu haben.