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Wahlen in Kosovo - und dann ??

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Wahlen in Kosovo - und dann ??

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Die Straßen von Pristina sind wollgeklebt mit Wahlplakaten. Am Samstag wählt die abtrünnige Republik im Süden Serbiens ein neues Parlament. Und die albanische Bevölkerungsmehrheit hofft, dass es die letzten Wahlen vor der erhofften Unabhängigkeit sein werden.

Auch im Fernsehen-Wahlwerbung der Parteien. 26 sind es insgesamt, die sind um die Sitze in Provinz-Parlament und in den Gemeinderäten bewerben. Das Provinz-Parlament hat 120 Sitze, von denen 20 für Serben, Roma, Türken, Bosniaken und andere Minderheiten reserviert sind.

Im Grunde versprechen alle Parteien das Gleiche – ein funktionierendes Rechtssystem und Gesundheitswesen, Schutz vor Kriminalität und vor allem Arbeit. Die meisten Anhänger hat der ehemalige Guerilla-Kampfer Hashim Thaci mit seiner “Demokratischen Partei” – PDK. Er setzt voll auf einen erfolgreichen Start in die Unabhängigkeit, erwartet, dass dann Investoren aus dem Westen kommen werden und helfen, ein besseres leben aufzubauen. Dann werde Kosovo auch Schritt für Schritt in internationalen Gremien vertreten sein, verspricht er.

Die führenden Vertreter der Demokratischen Liga erkennt man schon am Schal, den sie alle zu Ehren ihres verstorbenen Gründungsvater Ibrahim Rugova tragen – man erinnere sich: der kleine Mann mit den Halstuch. Als Präsident hatte Ruguva sein Bestes getan, um die Provinz durch ihre ersten wilden Jahre zu lotsen – und dabei Konflikte zu entschärfen. Enttäuscht starb er vor gut einem Jahr.

Inzwischen gibt es eine dritte Partei, die an Einfluß zu gewinnen scheint. Sie nennt sich “Allianz Neues Kosovo” und kommt in Umfragen auf 16 Prozent. Gut halb soviel wie die beiden Großen. Ihr Gründer Behgjet Pacolli ist ein Geschäftsmann, der auch seine Partei wie ein Unternehmen zu führen versucht und verkündet, er gehe nicht in die Politk, um einen Sessel zu bekommen, das habe er nicht nötig.

Am Kompliziertesten wird es – wie üblich – in der geteilten Stadt Mitrovica werden. Schon im Vorfeld wurde die Polizeipräsenz verstärkt, denn natürlich werden aus Anlaß der Wahlen auch wieder Zusammenstöße erwartet. Führende serbische Parteien boykottieren auf Befehl aus Belgrad die Wahlen.