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Das Kosovo wählt - zum letzten Mal vor der Unabhängigkeit?

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Das Kosovo wählt - zum letzten Mal vor der Unabhängigkeit?

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Im Kosovo wird an diesem Samstag ein neues Parlament gewählt. Zur gleichen Zeit gehen die internationalen Verhandlungen um den neuen völkerrechtlichen Status der noch serbischen Provinz weiter. Die große Mehrheit der Bevölkerung ist albanischsprachig und will die Unabhängigkeit Aber rund 10 Prozent sind serbisch-stämmig; ihre Beteiligung ist das große Fragezeichen dieser Wahl.

Oliver Ivanovic, einer der Führer der lokalen Serben, erklärt, dass kosovarischen Anhänger der Belgrader Führung versuchten die Leute dazu zu bewegen, nicht zu wählen. “Aber eigentlich ist dieser Druck gar nicht nötig. Denn jeder spürt, dass unsere Beteiligung die serbische Verhandlungsposition unterminieren würde.” Die Verhandlungen sind aber ohnehin an einem toten Punkt. Und alle albanischen Parteien der Provinz sind sich einig, zur Not im Dezember einseitig die Unabhängigkeit auszurufen.

Das gilt für den ehemaligen Guerillakämpfer Hashim Thaçi, wie für die anderen Kandidaten. Thaçi ist der aussichtsreichste Kandidat, die Wahlen zu gewinnen. Der deutsche Nachrichtendienst BND wirft dem ehemaligen UÇK-Mitglied allerding Verbindungen zum organisierten Verbrechen vor. Der bisherige Regierungschef Fatmir Sejdiu ist gemäßigter. Doch Angesichts der Radikalisierung der kosovarischen Bevölkerung hat er kaum Chancen auf eine Wiederwahl. Überraschend gut in den Umfragen liegt ein politischer Newcomer: Der Baulöwe Behgjet Pacolli hat in der Schweiz ein vermögen angehäuft, und möchte nun das Kosovo wie ein Unternehmen führen – in eine Unabhängigkeit, die sich traditionell gibt.