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Vor der Wahl in Richtung Unabhängigkeit

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Vor der Wahl in Richtung Unabhängigkeit

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An diesem Samstag wählen die Kosovaren ein neues Parlament, zweit Tage zuvor gab es schon eine große Demonstration für die Unabhängigkeit der abtrünnigen Provinz – nicht in Pristina, sondern in der albanischen Haupstadt Tirana. Trotz des strömenden Regens demonstrierten rund 4000 Menschen für die Entstehung eines zweiten albanischsprachigen Staates in Europa. Die Regierung in Tirana bestreitet aber, dass sie auf die Vereinigung mit einem in Zukunft unabhängigen Kosovo zu einem von Ultranationalisten angestrebten Großalbanien hinarbeite.

Der aussichtsreichste Kandidat die Wahl im Kosovo zu gewinnen ist der ehemalige Untergrundkämpfer Hashim Thaçi. Nach dem er einigen Jahren in der Guerillabewegung UÇK gekämpft hatte, ging er in die Politik. Der deutsche Nachrichtendienst BND wirft ihm Verbindungen zur organisiertem Verbrechen und wenig Interesse an einem funktionierdenem Staat vor. Der weniger radikale Fatmir Sejdiu war bisher Regierungschef. Umfragen zufolge hat er aber wenig Chancen wiedergewählt zu werden. Sejdu gehört der Demokratischen Liga des ehemaligen kosovarischen Präsidenten Ibrahim Rugova an der Gewalt immer abgelehnt hatte. Auf traditionelle Kostüme setzt der überraschende Dritte bei seinen Wahlveranstaltungen: der Baulöwe Behgjet Pacolli, der in der Schweiz ein Vermögen angehäuft hat. Seine neugegründete Partei leitet er wie ein Unternnehmen und genau so möchte er auch das das in Zukunft unabhängige Kosovo führen.

Denn darin sind sich die größten Parteien einig: So schnell wie möglich soll die Provinz ihre Trennung von Serbien proklamieren. Rund 10% der Bevölkerung sind aber serbisch-stämmig; ihre Parteien boykottieren die Wahl.