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Wahlen im Kosovo: Unabhängigkeit als zentrales Wahlkampfthema

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Wahlen im Kosovo: Unabhängigkeit als zentrales Wahlkampfthema

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Die südserbische Provinz Kosovo wählt am Samstag ein neues Parlament. Rund 1,5 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, über die 120 Mandate zu bestimmen, um die sich 25 Parteien und zwei unabhängige Kandidaten bewerben. Laut letzten Umfragen wird allerdings keine der Parteien eine Mehrheit im Parlament erringen können.

Zentrales Wahlkampfthema war die Unabhängigkeit der Provinz, die alle albanischen Parteien fordern. So auch die oppositionelle Demokratische Partei Kosovos, kurz PDK, mit ihrem Spitzenkandidaten Hashim Thaci, einem aussichtsreichen Anwärter auf das Amt des Regierungschefs. Die PDK könnte mit 31 Prozent stärkste Fraktion im neuen Parlament werden. Wie es dann jedoch weitergehen soll, weiß niemand so genau. Im Vorfeld der nächsten Gespräche über den Status des Kosovo in Brüssel kam das kosovarische Verhandlungsteam in Pristina zusammen, darunter Präsident Fatmir Sejdu. Seine Demokratische Liga wird voraussichtlich Stimmen einbüßen und eine Koalition mit der PDK eingehen müssen.

Die Serben freilich boykottieren den Urnengang. “Nein zu den Wahlen im Kosovo”, heißt es auf Plakaten im serbischen Mitrovica. “Das Kosovo ist kein Staat, daher gibt es für mich keine Wahlen”, sagt ein serbischer Passant. “Das Kosovo ist ein Teil Serbiens. Ich würde mich nie an dieser Wahl beteiligen.” Auf Befehl aus Belgrad nehmen die wichtigsten serbischen Parteien nicht an der Wahl teil – und vergeben damit die Chance, im Parlament möglicherweise drittstärkste Kraft zu werden.