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Kosovo - wie weiter nach der Wahl?

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Kosovo - wie weiter nach der Wahl?

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Sie haben gewählt im Kosovo – aber nicht alle Einwohner. Die rund 40.000 wahlberechtigten Serben haben die Wahl boykottiert.
Auch die Albaner strömten nicht gerade in Massen an die Urnen – und die, die gewählt haben, wollen überwiegend Unabhängigkeit.
Das wäre dann das Ende aller politischen Lösungsversuche.

Der Politikwissenschaftler Shkelzen Malici erwartet, dass der politische Prozess bis zum 10. Dezember abgeschlossen sein wird. Bis dahin müssen seiner Meinung nach Parlament und Regierung stehen. Die Zeit bis Ende Dezember ist für ihn die entscheidungsträchtigste in der Geschichte des Kosovo.

Bleiben noch ganze drei Wochen – und bisher sind sich Serben und Albaner keinen Schritt näher gekommen. Die jüngste serbische Idee lautet:
Teilautonomie nach dem Vorbild von Hongkong.

Wäre man sich doch wenigstens in der Troika einig!
Aber keine Spur – US-Präsident Bush freundet sich schon immer mal an mit dem Gedanken der Unabhängigkeit.
Aus EU-Kreisen hört man, eine verhandelte, eine vereinbarte Lösung sei für alle Beteiligten – auch für Russland – besser als eine einseitige Unabhängigkeitserklärung.

Zumal der Kreml nichts mehr fürchtet, als so einen Akt, der den Abtrünnigen im eigenen Reich – vor allem den Tschetschenen – als Vorbild dienen könnte. Folglich verständigt sich Russlands Präsident Putin schon mal mit seinem serbischen Kollegen Kostunica.

Am 20. Dezember hat der UN-Sicherheitsrat wieder das Thema Kosovo auf dem Tisch.
Und dann?
Wird man dann nach einer modifizierten Form der internationalen Kontrolle suchen?
Vielleicht mit einer Dosis mehr Autonomie?

Der Wahlsieger Hashim Thaci macht schon auf seine Art Druck, indem er bei jeder passenden Gelegenheit betont: “Wir vertrauen dem Westen”.

Aber der Westen kann sich auf keine Lösung einlassen, bei der nicht auch die Minderheits-Interessen der Serben im Kosovo berückrichtigt sind.

Hatte die NATO nicht vor 8 Jahren hier Krieg geführt für den Schutz von Minderheiten?