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Nach Grubenunglück in Ukraine mehr als 70 Leichen geborgen

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Nach Grubenunglück in Ukraine mehr als 70 Leichen geborgen

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Beim wahrscheinlich schwersten Grubenunglück in der Geschichte der Ukraine haben Rettungskräfte bislang mehr als 70 Leichen geborgen. Nach etwa 30 vermissten Bergleuten wurde noch gesucht. Doch die Behörden gehen nach inoffiziellen Angaben davon aus, dass die meisten der Vermissten nicht mehr am Leben sind. Somit wären bei dem Unglück am Sonntag bis zu 100 Arbeiter ums Leben gekommen.

Mehr als 350 wurden nach Angaben des Zivilschutzes gerettet, etliche erlitten schwere Verletzungen. In der Schachtanlage Sassjadko war Methangas explodiert – in mehr als 1000 Metern Tiefe. Nach ersten Erkenntnissen wurde das hochexplosive Grubengas bei Bohrungen durch einen Funken entzündet. Die Grube befindet sich in der Kohlemetropole Donezk. In dem ukrainischen Kohlerevier begann eine dreitägige Staatstrauer. Auch Präsident Viktor Juschtschenko besuchte den Unglücksort. Er lobte den Beitrag der Kohle-Industrie zur Wirtschaftsleistung des Landes.

Allerdings dürfe diese Leistung keine Menschenleben kosten. Das Bergwerk Sassjadko zählt zu den größten in der Ukraine – und wegen der hohen Grubengaskonzentration auch zu den gefährlichsten. Beim bislang schwersten Grubenunglück kamen im benachbarten Lugansk im Jahr 2000 80 Bergleute ums Leben.