Eilmeldung

Eilmeldung

Wie Hugo Chevez die Welt sieht (und rettet?)

Sie lesen gerade:

Wie Hugo Chevez die Welt sieht (und rettet?)

Schriftgrösse Aa Aa

In dieser Runde fühlt er sich wohl, der Präsident des sechst-größten Erdölexporteurs. Daheim in Venezuela ist Benzin beinahe billiger als Wasser und Hugo Chavez setzt den Reichtum gezielt ein, um international an Einfluß zu gewinnen.
Mit Iran und Nordkorea hat er eine “Achse des Guten” geschmiedet
Chavez sagt: “ Die Vereinigten Staaten sind verrückt genug, Iran anzugreifen und erneut aggressiv gegen Venezuela vorzugehen, wenn der Ölpreis nicht nur 100 – sondern 200 Dollar erreicht.”

Mit diesem Reichtum reicht Chavez Einfluß bis London, wo er Diesel für die städtischen Busse 20 Prozent billiger liefert, damit der linke Bürgermeister für sozial Bedürftige den Fahrpreis senken kann.
Chavez erklärt sein Vorgehen so: “Der Ölpreis?
Der ist Teil von Venezuelas Macht-Strategie.
Jetzt, da der Preis am Steigen ist bis zu 90 oder 100 Dollar, da runden wir auf, das ist kein übertriebener Preis.”

Allerdings erntet der Populist daheim mit seinem “Erdöl-Sozialismus” nicht nur Zustimmung.
Diese Bilder samt Schüssen aus Polizeigewehren stammen von den jüngsten Protesten gegen die Verfassungsreform.
Chavez fordert die Bürger auf, ihm am 2. Dezember per Referendum die mehrfache Wiederwahl zu ermöglichen. Außerden will er seinen “Sozialismus des 21. Jahrhunderts” in der Verfassung verankern.

“Nein, wollen wir nicht, wir wollen frei bleiben”, sagt die Frau auf der Straße.

Und auf eine populäre Melodie singen sie…
“Warum hältst du nicht mal den Mund”…

Diese Worte hatte am 10. November der genervte spanische König beim Gipfeltreffen in Chile Chavez an den Kopf geworfen, der nicht aufhörte gegen Spanien zu stänkern, bis hin zur Bezeichnung “Faschist” für den Ex-Ministerpräsidenten Aznar.

Als Antwort verlas Chevez ein Grußwort seines besten Freundes Fidel Castro, in dem von einem “ideologischen Waterloo” des spanischen Königs die Rede ist.

Wo die Stimme des alten Latino-Revolutionärs schon etwas brüchig klingt, setzt nun der jüngere an, Kraft seines Erdölreichtums die Welt zu retten.