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Brown muss sich wegen Datenaffäre verteidigen

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Brown muss sich wegen Datenaffäre verteidigen

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Nach dem Skandal um die persönlichen Daten von 25 Millionen Briten muss sich nun Regierungschef Gordon Brown vor dem Parlament rechtfertigen. Bei dem Vorfall waren bei einem Kuriertransport zwei CDs verlorengegangen, die Angaben über alle Kindergeldempfänger des Landes enthielten: Namen und Adressen, aber auch Kontoangaben und Sozialversicherungsnummern.

Die CDs hätten nie verschickt werden dürfen, heißt es jetzt; warum es trotzdem geschah, ist unklar. Der Kurierdienst beförderte sie offenbar mit der üblichen Hauspost von einem nordenglischen Finanzamt in die Zentrale nach London. Damit war der Umschlag auch nicht eingeschrieben.

Brown verspricht nun in der Fragestunde des Parlaments Besserung und kündigt eine umfassende
Untersuchung an: Man werde alles unternehmen, um die Arbeit nicht nur der Finanzämter zu verbessern, sondern die Arbeit aller Ministerien und Behörden überhaupt.

In der Kritik ist vor allem sein Finanzminister Alistair Darling. Schon sein Umgang mit der Krise um die Bausparkasse Northern Rock hat nicht jeden überzeugt; jetzt kommt noch dazu, dass er von der Datenaffäre schon länger wusste, aber nichts sagte. Ohnehin hat sich der Vorfall schon vor über einem Monat ereignet; in dem betreffenden Finanzamt wollte man aber noch abwarten, ob die CDs wieder auftauchen.

Der Finanzminister versucht nun zu beschwichtigen: Für ihn gibt es kein Risiko, dass die Daten in
falsche Hände gefallen seien. Wo die verlorengegangenen CDs sein könnten, weiß allerdings auch keiner; die Polizei sucht sie nach wie
vor. Die Banken sind da vorsichtiger und rufen ihre Kunden auf, alle Kontenbewegungen genau zu prüfen. Datenschützer sehen durchaus die Gefahr von Identitätsdiebstahl, und das noch auf Jahre hinaus.